Du bist nicht gestresst, weil du zu viel isst. Du isst zu viel, weil du nicht bei der Sache bist.

Achtsam Essen

Montagmorgen, 7:47 Uhr. Du stehst in der Küche, Kaffee in der einen Hand, Handy in der anderen, im Kopf schon beim ersten Meeting. Du isst ein Brot, merkst kaum wie es schmeckt, und bist zwei Minuten später im Auto. Mittags das gleiche Spiel: ein Salat zwischen zwei Calls, das Handy neben dem Teller, noch schnell eine Nachricht getippt, und am Ende weißt du selbst nicht mehr, ob du eigentlich satt bist.

Abends dann die Rechnung. Du stehst wieder in der Küche, aber diesmal lenkt dich kein Meeting mehr ab. Nur du, der Kühlschrank, und dieses Gefühl, dass irgendwas fehlt. Du isst noch was, obwohl du beim Abendessen eigentlich schon satt warst. Danach die immer gleiche Frage: warum kann ich einfach nicht aufhören?
Die Antwort liegt nicht darin, dass mit dir was nicht stimmt. Sie liegt darin, wie unachtsam wir eigentlich durch unseren Tag gehen, und zwar nicht nur beim Essen.


Wir laufen auf Autopilot, den ganzen Tag

Job, Familie, der volle Kalender, das Leben zwischen Tür und Angel. Dein Kopf ist andauernd woanders, beim nächsten Termin, bei der ungelesenen Mail, bei der Sache, die du gestern hättest fertig machen sollen. Präsent bist du selten, weder im Gespräch, noch beim Essen, noch bei dir selbst.

Das ist kein Charakterfehler. Das ist dein Gehirn, das unter Dauerbelastung genau das tut, was es tun soll: Energie sparen, wo es geht. Autopilot ist effizient. Nur merkst du dabei nicht mehr, was dein Körper dir eigentlich sagt. Ob du wirklich hungrig bist oder nur gestresst. Ob du satt bist oder nur fertig mit dem Teller. Ob die schlechte Laune am Abend vom Tag kommt oder vom Blutzucker, der gerade in den Keller rauscht, weil mittags kaum Zeit zum Essen war.

Die Stimmungsschwankungen kommen nicht aus dem Nichts

Wer den ganzen Tag unachtsam isst, isst meistens auch unregelmäßig. Mal zu wenig, weil keine Zeit war, mal zu viel, weil der Kopf abends endlich zur Ruhe kommen will. Beides bringt deinen Blutzucker durcheinander, und ein schwankender Blutzucker bringt deine Laune durcheinander. Dazwischen läuft der Cortisolspiegel mit, das Stresshormon, das bei einem vollen Kalender sowieso schon hoch ist und Heißhunger zusätzlich befeuert.

Das Ergebnis: eine Unzufriedenheit, die du dir nicht erklären kannst. Stimmungsschwankungen, die scheinbar aus dem Nichts kommen. Und dieses Gefühl von „irgendwas stimmt nicht“, obwohl auf dem Papier eigentlich alles läuft.

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Woman multitasking by enjoying pizza while working on a laptop at home.


Achtsamkeit heißt nicht: noch eine Aufgabe mehr

Jetzt der Teil, der oft falsch verstanden wird. Achtsamkeit ist keine neue Pflicht, die du dir obendrauf packst, kein Meditations-Programm, das du auch noch schaffen musst, und kein weiterer Punkt auf der Liste, an der du eh schon zu viel abarbeitest.

Achtsamkeit heißt hier etwas viel Kleineres: einmal kurz innehalten, bevor du isst. Spüren, was gerade wirklich los ist. Bauch, Herz und Kopf kurz miteinander reden lassen, statt im Autopilot weiterzumachen. Das dauert keine zehn Minuten. Das dauert zehn Sekunden.


Die Frage, die alles verändert

Statt dich zu fragen, warum du schon wieder vorm Kühlschrank stehst, frag dich lieber: zahlt das gerade auf mein Ziel ein? Keine Wertung, kein Gut oder Böse, nur eine ehrliche Standortbestimmung. Und falls die Antwort nein ist, ist das kein Beinbruch. Die nächste Entscheidung, ein paar Minuten später, kann sofort wieder anders ausfallen.

Was gestern war, spielt für die nächste Entscheidung keine Rolle. Was du heute Morgen im Autopilot gegessen hast, auch nicht. Es zählt nur, was du gerade jetzt draus machst.


Was du heute tun kannst

Fang nicht groß an. Nimm dir für die nächste Mahlzeit zehn Sekunden, bevor du den ersten Bissen nimmst, und frag dich, wie hungrig du wirklich bist und was dein Kopf gerade eigentlich will, außer Essen.

Wenn du wissen willst, wie diese zehn Sekunden konkret funktionieren, hab ich dir genau dafür einen kostenlosen Guide geschrieben:


Gedankenkreisen ade. Nicht rückblickend. Jede Sekunde neu entscheiden.

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