Ich dachte lange, ein paar Kilo weniger und dann fühle ich mich wohl.

    Eigentlich fand ich mich schon immer ein bisschen zu dick.

    Nicht so, dass ich ständig Diäten gemacht hätte. Aber der Gedanke, ein paar Kilo weniger wären schon schön, war eigentlich immer da.
    Ich habe mich in vielen Klamotten nicht wohlgefühlt, vor dem Spiegel eher das gesehen, was mir nicht gefallen hat und natürlich auch darüber nachgedacht, was ich esse. Mal mehr, mal weniger.

    Und dann gab es immer wieder diesen Satz:
    „Ach komm, jetzt ist es auch egal. Ab morgen passe ich wieder auf.“
    Kennst du?

    Mit Ernährung hatte ich damals ehrlich gesagt nicht viel am Hut.

    In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich Schwangerschaftsdiabetes.
    Natürlich habe ich mich in dieser Zeit damit beschäftigt und darauf geachtet, was ich esse. Aber als die Schwangerschaft vorbei war und alles wieder in Ordnung war, war für mich das Thema ehrlich gesagt auch wieder erledigt. Großartig verändert habe ich danach nichts.
    Erst als ich zum zweiten Mal schwanger war, wurde Ernährung für mich wirklich interessant.
    Denn diesmal hieß es von Anfang an: Wir müssen aufpassen und das im Auge behalten. Das Risiko für einen erneuten
    Schwangerschaftsdiabetes war da.

    Und ich wusste ganz genau:
    Das will ich auf keinen Fall noch einmal.
    Also fing ich an, mich damit zu beschäftigen, was ich selbst beeinflussen kann.

    Das ist inzwischen 13 Jahre her.
    Und damit fing bei mir etwas an, von dem ich damals noch keine Ahnung hatte, wohin es einmal führen würde.

    Danach wusste ich irgendwann ziemlich viel. Nur leider wusste ich nicht, was davon für mich richtig war.
    Ich bin nämlich jemand, der anderen Menschen erst einmal glaubt.
    Wenn mir jemand überzeugend erklärt hat, warum ich dieses essen, jenes weglassen oder etwas ganz anders machen sollte, dachte ich schnell:
    „Ja, klingt logisch.“
    Also habe ich im Laufe der Jahre ziemlich viel gelesen, Podcasts gehört, YouTube geschaut und einiges ausprobiert, bin aber nie lange bei einer Sache geblieben.
    Ich habe ein Jahr komplett ohne Haushaltszucker gelebt.
    Ich habe weniger gegessen. Das kann ich nämlich ziemlich gut.
    Kalorien zählen war dagegen nie mein Ding. Eiweißshakes und irgendwelche teuren Ersatzprodukte auch nicht.
    Zum einen bin ich für so etwas viel zu faul.
    Zum anderen habe ich nie verstanden, warum ich Geld für Ersatzprodukte ausgeben soll, wenn der Supermarkt voll mit leckerem Essen ist.

    Sechs Jahre nach meiner zweiten Schwangerschaft habe ich schließlich meine Ausbildung zur Ernährungsberaterin begonnen.
    Und natürlich wusste ich danach noch mehr über Ernährung.
    Aber Wissen allein löst eben nicht alles. Denn mein Alltag war ja auch noch da.

    Zwei Kinder, Arbeit und ständig das Gefühl, dass irgendwo ein paar Minuten fehlen.
    Morgens zu spät aufgestanden, noch nichts vorbereitet, die Kinder mussten in den Kindergarten und ich zur Arbeit.
    Also schnell frühstücken, was gerade da war. Zwischendurch etwas snacken.
    Mittags Kantine oder mit den Kollegen in die Stadt. Meistens dahin, wo die anderen hinwollten.

    Und nachmittags kam ziemlich regelmäßig, auf dem Nach-Hause-Weg, der Heißhunger.
    Der Bäcker war dann meine geliebte Anlaufstelle. Sehr sehr lange.

    Immer mit der Uhr im Nacken. Rechtzeitig aus der Arbeit kommen, Kinder abholen, Berufsverkehr und natürlich genau dann Stau, wenn man sowieso schon viel zu spät losgefahren ist. Zeit war immer meine größte Not.

    Und wenn alles schnell gehen muss, klappt eben auch das mit dem Essen nicht immer so, wie man es sich morgens noch vorgenommen hat.
    Dann war er wieder da:
    Ach komm. Ist jetzt auch egal. Morgen passe ich wieder auf.

    Irgendwann habe ich verstanden, dass ich nicht noch mehr Regeln brauche.
    Denn davon hatte ich inzwischen genug gehört:
    Iss dies.
    Lass das weg.
    Mach es so.
    Nein, bloß nicht so.

    Und jeder kann dir ziemlich überzeugend erklären, warum ausgerechnet seine Variante die richtige ist.
    Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe:
    Ich muss nicht herausfinden, wer von all diesen Menschen recht hat.
    Ich muss verstehen, was für mich funktioniert.
    Bei meiner Ernährung. In meinem Alltag. Und auch in meinem Kopf.

    Das ging nicht von heute auf morgen.
    Ich habe gelesen, ausprobiert, wieder verworfen, Podcasts gehört und mich sehr viel mit mir selbst beschäftigt.
    Und irgendwann hat sich nicht nur mein Essen verändert.
    Auch mein Blick auf mich hat sich verändert.
    Heute schaue ich anders in den Spiegel.
    Ich will dir hier keine Geschichte erzählen von „Ich habe zehn Kilo abgenommen und seitdem liebe ich meinen Körper“.
    So war es bei mir nicht.
    Ich wollte früher immer ein paar Kilo weniger wiegen, weil ich dachte, dann würde ich mich endlich wohler fühlen.
    Heute weiß ich, dass diese Rechnung so nicht aufgeht.

    Natürlich darfst du abnehmen wollen.
    Ich möchte auch heute meine Wohlfühlfigur behalten und achte deshalb auf meine Ernährung und Bewegung.
    Aber ich mache mein Wohlbefinden nicht mehr davon abhängig, ob die Waage gerade exakt die Zahl anzeigt, die ich gerne hätte.
    Wenn ich heute vor dem Spiegel stehe, suche ich nicht zuerst danach, was mir nicht gefällt.
    Ich sehe auch das, was mir gefällt.
    Das hat für mich sehr viel verändert.

    Und noch etwas habe ich verstanden:
    Ich alleine bin dafür verantwortlich, wie ich über mich denke und wie viel Einfluss ich anderen Menschen darauf gebe.
    Heißt das, dass mir heute jede blöde Bemerkung egal ist? Nein.
    Natürlich kann mich etwas treffen.
    Nur bleibt es nicht mehr ewig hängen.
    Irgendwann kommt bei mir ziemlich schnell:
    Du Arsch. Behalt doch deine Ansichten für dich.
    Und dann ist auch wieder gut.

    Heute möchte ich dir einiges von diesem Umweg ersparen.
    Denn du musst nicht erst jahrelang Ernährungstipps sammeln, Dinge ausprobieren und dich immer wieder fragen, warum es bei dir trotzdem nicht so richtig funktioniert.

    Heute bin ich Ernährungsberaterin und Entspannungstrainerin und arbeite mit Frauen, die eigentlich längst ziemlich viel über Ernährung wissen. Sie wissen, dass Gemüse gesund ist. Dass Bewegung guttut. Dass drei Stück Kuchen vermutlich nicht die beste Idee sind, wenn sie eigentlich abnehmen möchten. Das Problem ist meistens nicht, dass sie das alles nicht wissen.
    Das Problem beginnt im ganz normalen Alltag.

    Wenn nach einem langen Arbeitstag der Heißhunger kommt.
    Wenn du eigentlich anders essen wolltest und es wieder nicht gemacht hast.
    Wenn du morgens vor dem Kleiderschrank stehst und dich in nichts so richtig wohlfühlst.
    Oder wenn du nach dem Essen schon wieder darüber nachdenkst, ob das jetzt zu viel war und was du dafür später besser weglässt.
    Genau da setze ich heute an.

    Wir schauen uns an, was du isst, wann du isst und warum du in bestimmten Situationen immer wieder genauso reagierst.
    Wir schauen auf deine Gewohnheiten, deinen Stress und auf die Gedanken, die dir beim Essen und beim Blick in den Spiegel ständig dazwischenfunken.

    Und dann finden wir heraus, was du wirklich verändern musst und was du getrost sein lassen kannst.
    Denn wenn du ein paar Kilo abnehmen möchtest, dann darf das dein Ziel sein.
    Ich möchte nur nicht, dass du bis dahin dein Leben damit verbringst, ständig über Essen und deine Figur nachzudenken.
    Ich möchte, dass du irgendwann selbst weißt, was für dich funktioniert.
    Dass du essen gehst, ohne vorher den ganzen Tag dafür „aufzusparen“.
    Dass ein Stück Kuchen einfach ein Stück Kuchen sein kann.
    Dass du nach einem stressigen Tag nicht denkst: „Jetzt ist sowieso alles egal.“
    Und dass du morgens etwas anziehst und nicht als Erstes über deinen Bauch nachdenkst.
    Das ist für mich Wohlfühlfigur.

    Nicht irgendeine perfekte Zahl auf der Waage.
    Sondern eine Figur, in der du dich gerne siehst und bei der du weißt, wie du sie in deinem ganz normalen Leben halten kannst.
    Und genau dabei begleite ich heute Frauen.