„Du isst zu viel.“ Nüsse können keine E-Mail schreiben.

Achtsam Essen


„Du isst zu viel.“ Nüsse können keine E-Mail schreiben.

Feierabend ist längst da. Du sitzt auf dem Sofa, der Laptop ist zu, das Handy liegt weg. Nur eine Sache von heute läuft noch in deinem Kopf weiter, die eine E-Mail, die du dir für morgen früh vorgenommen hast, die locker bis dahin warten könnte. Trotzdem bleibt sie da, taucht immer wieder auf, wie eine Kachel, die sich nicht schließen lässt.

Was eine einzige offene Aufgabe mit deinem Körper macht

Du warst heute nicht in einer Krise, kein Meeting-Marathon, kein Chaos. Nur diese eine Sache, die weiterläuft, obwohl der Tag vorbei ist. Für deinen Körper macht das keinen Unterschied. Er merkt sich Anspannung, egal ob sie von einem vollen Terminkalender kommt oder von einem einzigen Gedanken, der sich nicht abschalten lässt. Und irgendwann holt er sich, wonach er gerade sucht, selten als geplante Mahlzeit, meistens häppchenweise, ohne dass du es bewusst mitbekommst.

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Woman in cozy living room enjoying snacks with a glass of milk on a sunny day.


Die Nuss-Schale, die wie die bessere Wahl aussieht

Du greifst nicht zu den Gummibärchen, das hast du dir längst abgewöhnt. Du nimmst die Nüsse, klingt nach der vernünftigeren Entscheidung. Bei den Kalorien sieht die Rechnung oft anders aus. Eine Handvoll Nüsse bringt schnell das Doppelte, das merkst du eher an der Waage als am Geschmack.


Eine Handvoll reicht nie, wenn der Kopf eigentlich woanders sucht

Die erste Handvoll macht die Aufgabe in deinem Kopf nicht leiser. Also greifst du noch mal, und noch mal, ohne dass es dir richtig auffällt. Das Problem ist nicht, dass dir Disziplin fehlt. Das Problem ist, dass die Nüsse etwas lösen sollen, was mit Essen gar nicht zu lösen ist. Die Aufgabe wird durch die Schale nicht kürzer.


Die Nüsse können die Mail nicht schreiben

Ganz gleich wie viele Handvoll noch folgen, die Mail bleibt offen. Sie liegt nicht in der Schale, sie liegt morgen früh auf deinem Schreibtisch. Genau das übersieht dein Körper gerade, er sucht Ruhe in der Schale, obwohl die Ruhe woanders liegt.
Zahlt das gerade auf deine Wohlfühlfigur ein? Bei der ersten Handvoll vielleicht noch ja, kurz was zum Knabbern, während der Kopf runterfährt. Bei der vierten längst nein, und trotzdem bist du keinen Schritt weiter, die Mail steht immer noch da, nur mit vollem Bauch.
Was jetzt wirklich hilft, ist nicht, die Schale zuzumachen und den Gedanken auszuhalten. Der geht nämlich nicht von allein, dein Kopf hält die Mail wach, solange er glaubt, sie sonst zu vergessen. Schreib den einen Satz auf, um den es geht, mehr braucht es nicht, kein ausformulierter Text, nur „Mail an XY, morgen 9 Uhr“. Sobald das irgendwo steht, außerhalb deines Kopfes, lässt dein Gehirn los. Das ist keine Willensfrage, das ist wie ein Kalender, der dir einen Termin abnimmt, damit du ihn nicht mehr mit dir rumtragen musst. Und plötzlich ist da wieder Platz für etwas anderes als die Schale.

Ist dir das auch schon mal aufgefallen, dass eine einzige offene Aufgabe dich noch Stunden nach Feierabend zum Schrank treibt? Schreib’s in die Kommentare, ich bin sehr gespannt.

Wo du anfängst
Genau für den Moment, in dem die Hand schon in der Schale ist, während die Mail noch offen in deinem Kopf steht, gibt es die 10-Sekunden-Regel. Kostenlos und in wenigen Minuten gelesen.


Gedankenkreisen ade. Nicht rückblickend. Jede Sekunde neu entscheiden.

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